Dona nobis pacem ist Latein und heißt „gib uns Frieden“. Der Satz gehört zu den bekanntesten Friedensbitten der abendländischen Tradition: Er schließt das Agnus Dei der lateinischen Messe, und er ist der Text eines vielgesungenen Kanons. Hier erfährst du, was die Worte bedeuten, wo sie herkommen und wie du sie in acht Minuten singen oder sprechen kannst.
Kurz gesagt: „Dona nobis pacem“ ist eine Bitte um Frieden, drei Worte, die man leise sprechen oder im Kanon singen kann. Du brauchst keine Musikkenntnis: Ein ruhiger Atem, eine ruhige Melodie oder einfach das gesprochene Wort genügen.
Die Bedeutung der drei Worte
Unsere eigene Wiedergabe, Wort für Wort:
- dona: gib, schenke (Befehlsform von donare)
- nobis: uns
- pacem: Frieden (Akkusativ von pax)
Zusammen: „Gib uns Frieden.“ Beachte das „uns“: Die Bitte spricht nicht „gib mir“, sondern „gib uns“. Sie schließt alle ein, die mitbeten, und im Weiteren alle Menschen.
Die Stelle im Agnus Dei
In der lateinischen Messe steht das Agnus Dei, „Lamm Gottes“, kurz vor der Kommunion. Der Text hat drei Anrufungen. Die ersten beiden enden mit „miserere nobis“, „erbarme dich unser“, die dritte mit „dona nobis pacem“:
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi: miserere nobis.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi: miserere nobis.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi: dona nobis pacem.
Auf Deutsch, in unserer eigenen Wiedergabe: „Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt: erbarme dich unser. Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt: erbarme dich unser. Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt: gib uns Frieden.“ Der Gesang des Agnus Dei in der Messe wird Papst Sergius I. zugeschrieben, der Ende des 7. Jahrhunderts lebte. Die Bitte um Frieden am Schluss hat viele Komponisten angeregt, die große Messen geschrieben haben. Die Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach und die Missa solemnis von Ludwig van Beethoven enden beide mit einem „Dona nobis pacem“.
Der bekannte Kanon
Unabhängig von der Messe kennen viele Menschen „Dona nobis pacem“ als einfachen Kanon, den man in Schulen, Chören, Kirchen und bei Friedensfeiern singt. Wer ihn komponiert hat, ist nicht bekannt, die Melodie ist mündlich und schriftlich überliefert. Der Text ist sehr kurz, in der gängigen Form etwa:
Dona nobis pacem, pacem,
dona nobis pacem.
Es gibt Varianten in Melodie und Text, deshalb kann es sein, dass du ihn in deiner Gruppe etwas anders kennst. Das macht nichts. Im Kanon setzen die Stimmen nacheinander ein und überlagern sich, und aus einer Bitte wird ein Klangraum.
Zur Aussprache: Im kirchlichen Latein spricht man „pacem“ wie „patschem“, also mit „tsch“. Im klassischen Latein wäre es „pakem“. Beides ist in Ordnung, nimm die Form, die du kennst.
„Dona nobis pacem“ in acht Minuten singen oder sprechen
Du kannst die Bitte in die Sonntagspraxis von Cosmic Peace Prayers legen: jeden Sonntag um 20 Uhr Ortszeit, acht Minuten, allein oder gemeinsam. Der Timer auf der Startseite läutet eine leise Glocke zu Beginn und am Ende.
- Ankommen (1 Min). Setz dich, atme zweimal tief aus.
- Sprechen (1 Min). Sprich die drei Worte langsam, einmal pro Atemzug: „Dona nobis pacem.“ Spür, wie sie klingen.
- Singen (3 Min). Sing den Kanon oder eine einfache eigene Melodie. Allein singst oder summst du ihn mehrmals hintereinander. In einer Gruppe setzen die Stimmen nacheinander ein.
- Das „uns“ weiten (1 Min). Denk an einen Menschen, dann an deine Stadt, dann an alle. „Gib uns Frieden“ gilt allen.
- Stille (1 Min). Hör, was nachklingt.
- Abschluss (1 Min). Ein kleines Dankeschön. Dann läutet die Glocke.
Wenn du nicht singen magst oder kannst, sprich die Worte. Wenn du aus einer anderen Tradition kommst, kannst du „Dona nobis pacem“ als geliehenen Satz verstehen, oder du sprichst ein Gebet in deiner Sprache, etwa das Oseh shalom oder ein Gebet aus der Liste auf der Seite zum Friedensgebet.
Weitere Wege zu den Worten
Wer diese Bitte mag, findet auf der Seite zum Friedensgebet des Franz von Assisi ein weiteres Gebet, das vom Friedensstiften spricht. Zum Ruhigwerden eignet sich die Seite zum kontemplativen Gebet, und eine gemeinsame Form für verschiedene Traditionen steht auf der Seite zum interreligiösen Gebet. Wenn du den Sonntag nicht vergessen willst, abonniere den Sonntagsbrief.
Fragen
Was bedeutet „Dona nobis pacem“?
Es ist Latein und heißt „gib uns Frieden“. Der Satz ist eine Bitte um Frieden, die alle einschließt, die ihn sprechen.
Wo kommt „Dona nobis pacem“ in der Messe vor?
Im Agnus Dei der lateinischen Messe. Die ersten beiden Anrufungen enden mit „miserere nobis“, die dritte mit „dona nobis pacem“.
Wer hat den Kanon „Dona nobis pacem“ komponiert?
Das ist nicht bekannt. Der Kanon ist überliefert, und es gibt Varianten in Melodie und Text.
Muss ich Latein können oder gläubig sein, um es zu singen?
Nein. Drei Worte genügen, und du kannst sie auch einfach sprechen. Du kannst sie als Gebet, als Wunsch oder als Klang erleben.
Wie baue ich „Dona nobis pacem“ in die acht Minuten ein?
Beginne mit zwei langen Atemzügen, sprich die Worte eine Minute lang, sing den Kanon etwa drei Minuten, weite dann das „uns“ auf alle und schließe mit Stille und einem Dank.
