Jeden Sonntag · 20 Uhr deiner Zeit
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Eine wöchentliche Praxis aus Gebet und Meditation für den Frieden

LEITFADEN · GEBETE FÜR DEN FRIEDEN

Friedensgebet

Von Aurel · Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit

Bild: KI-generiert für Cosmic Peace Prayers

Ein Friedensgebet muss nicht lang sein. Es muss gesprochen werden. Hier findest du das kurze Gebet, mit dem wir jeden Sonntag beginnen, sieben Gebete für den Frieden aus verschiedenen Traditionen und eine einfache Form, sie in acht Minuten zu beten, allein oder gemeinsam mit Menschen auf der ganzen Welt.

Kurz gesagt: Such dir eines der Gebete aus, setz dich am Sonntag um 20 Uhr hin, wo immer du bist, sprich es langsam und bleib danach still, bis die acht Minuten vorbei sind. Das ist die ganze Praxis von Cosmic Peace Prayers.

Das Cosmic Peace Prayer

Friede im All,
Friede in mir,
Friede im Hier.

Drei Zeilen, drei Kreise: vom Weitesten zum Nächsten. Wer mag, spricht sie einmal laut und dann noch einmal still. Die englische Fassung, wie sie Menschen in anderen Ländern beten:

May there be peace in the cosmos.
May there be peace within me.
May there be peace here and now.
May our intention travel beyond distance.
May peace become real through us.

Sieben Gebete für den Frieden

Menschen beten um Frieden, seit sie beten. Die folgenden Texte sind kurz genug, um sie auswendig zu lernen. Wo ein Gebet aus einer anderen Sprache stammt, ist die deutsche Fassung unsere eigene Übertragung.

Das Friedensgebet des Franz von Assisi

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.
Wo Hass ist, lass mich Liebe bringen.
Wo Kränkung ist, lass mich Vergebung bringen.
Wo Streit ist, lass mich Einheit bringen.
Wo Irrtum ist, lass mich Wahrheit bringen.
Wo Zweifel ist, lass mich Glauben bringen.
Wo Verzweiflung ist, lass mich Hoffnung bringen.
Wo Finsternis ist, lass mich dein Licht bringen.
Wo Traurigkeit ist, lass mich Freude bringen.

Das bekannteste Friedensgebet der Welt trägt den Namen des heiligen Franziskus, stammt aber nicht von ihm. Es erschien zuerst 1912 ohne Verfasserangabe in der kleinen französischen Zeitschrift La Clochette. Unsere Übertragung folgt diesem französischen Text. Die ganze Geschichte und eine Anleitung stehen beim Friedensgebet des Franz von Assisi.

Aus den Psalmen

Laß vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach.

Psalm 34,15 in der Übersetzung Martin Luthers (Fassung 1912). Frieden ist hier nichts, worauf man nur wartet. Man geht ihm nach.

Jüdisch: Oseh Shalom

Oseh shalom bimromav, hu ya'aseh shalom aleinu, v'al kol Yisrael, v'imru amen.
Der Frieden schafft in seinen Höhen, er schaffe Frieden für uns und für ganz Israel. Und sprecht: Amen.

Mit diesen Worten enden das Kaddisch und die Amida. Viele Gemeinden fügen heute hinzu: v'al kol yoshvei tevel, „und für alle, die auf der Erde wohnen“.

Muslimisch: Allahumma anta as-salam

Allahumma anta as-salam wa minka as-salam, tabarakta ya dhal-dschalali wal-ikram.
O Gott, Du bist der Frieden, und von Dir kommt der Frieden. Gesegnet bist Du, Herr der Erhabenheit und der Ehre.

Viele Muslime sprechen dieses kurze Gebet nach jedem der täglichen Gebete. As-Salam, der Frieden, ist einer der Namen Gottes im Islam.

Hinduistisch: Sarve bhavantu sukhinah

Sarve bhavantu sukhinah, sarve santu niramayah, sarve bhadrani pashyantu, ma kashchid duhkha bhag bhavet. Om shanti, shanti, shanti.
Mögen alle glücklich sein. Mögen alle frei von Krankheit sein. Mögen alle das Gute sehen. Möge niemand leiden. Om, Frieden, Frieden, Frieden.

Das dreifache Shanti wird traditionell als Wunsch nach Frieden vor drei Arten von Störung verstanden: in uns selbst, durch die Welt um uns und durch Kräfte, die wir nicht beeinflussen.

Buddhistisch: Metta, liebende Güte

Mögen alle Wesen glücklich sein.
Mögen alle Wesen sicher sein.
Mögen alle Wesen frei von Leid sein.
Mögen alle Wesen in Leichtigkeit leben.

Auf Pali lautet der Kernsatz sabbe satta sukhita hontu, „mögen alle Wesen glücklich sein“. Die Metta-Praxis beginnt bei einem selbst, geht zu einem geliebten Menschen, zu einem Fremden, zu einem schwierigen Menschen und schließlich zu allen Wesen.

Ohne Religion: eine Absicht für den Frieden

Ich halte acht Minuten inne.
Ich wünsche Frieden den Menschen, die ich liebe,
den Menschen, die ich nicht verstehe,
und dem Ort, an dem ich gerade sitze.
Möge das, was ich diese Woche tue, ihn ein wenig wirklicher machen.

Wer nicht betet, kann trotzdem eine Absicht halten. Das genügt.

Ein Gebet für den Frieden in acht Minuten

  1. Ankommen (1 Min). Setz dich. Ein langsamer Atemzug. Lass den Lärm der Woche sich legen.
  2. Präsenz (1 Min). Spür deine Füße, deine Hände, das Licht um dich herum.
  3. Ein Name (1 Min). Bring einen Menschen in Gedanken und sieh ihn klar vor dir.
  4. Güte (2 Min). Wünsch ihm Gutes. Dann weiter: deiner Straße, deiner Stadt, der Welt.
  5. Schenken (1 Min). Einmal lang ausatmen. Schenk das Gute nach außen.
  6. Stille (1 Min). Sitz in dem, was bleibt.
  7. Abschluss (1 Min). Ein kleines Dankeschön: an dich, an die Stunde, an die Welt.

Eines der Gebete oben passt an den Anfang oder in Schritt 4. Der Timer auf unserer Startseite läutet zu Beginn und am Ende eine leise Glocke, damit du nicht auf die Uhr schauen musst.

Was Weltfrieden eigentlich bedeutet und welche Friedenstage es gibt, erklärt unser Leitfaden zum Weltfrieden.

Warum jeden Sonntag um 20 Uhr?

Weil ein geteiltes Gebet seine Form behält. Jeden Sonntag um 20 Uhr Ortszeit hält jeder, der mitmacht, dieselben acht Minuten, ob in München, Lissabon, Bangkok, Tokio oder New York. Weil der Abend von Zeitzone zu Zeitzone wandert, zieht das Friedensgebet wie eine Welle um die Erde. Du musst nichts umrechnen: 20 Uhr bei dir ist der richtige Moment.

Häufige Fragen zum Friedensgebet

Was ist das bekannteste Friedensgebet?

Das Friedensgebet, das Franz von Assisi zugeschrieben wird: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.“ Es ist erstmals 1912 belegt. Ebenfalls weit verbreitet sind das jüdische Oseh Shalom, das hinduistische Sarve bhavantu sukhinah und die buddhistischen Metta-Sätze.

Gibt es ein kurzes Friedensgebet?

Ja: „Friede im All, Friede in mir, Friede im Hier.“ Oder einfach: „Mögen alle Wesen in Frieden sein.“ Ein kurzes Gebet, jede Woche gesprochen, wirkt mehr als ein langes, einmal gesprochen.

Können Menschen verschiedener Religionen gemeinsam für den Frieden beten?

Ja. Ein interreligiöses Friedensgebet verlangt von niemandem, die eigene Tradition aufzugeben. Alle beten zur selben Zeit in ihren eigenen Worten. So funktioniert Cosmic Peace Prayers.

Muss ich gläubig sein?

Nein. Du kannst beten, meditieren oder einfach still sitzen. Wichtig ist nur die Richtung: Frieden in dir und Frieden in der Welt.

Wie mache ich mit?

Du musst dich nirgends anmelden. Halte am nächsten Sonntag um 20 Uhr acht Minuten inne. Wer eine Erinnerung möchte, bekommt den kostenlosen Sonntagsbrief einmal pro Woche.